
Katzen – ein pelziges Familienmitglied zieht ein
Eine Katze zieht ein – und plötzlich ist das Haus lebendig. Katzen sind eigenständig, faszinierend und zeigen Zuneigung auf ihre ganz eigene Art. Für Familien mit Grundschulkindern sind sie oft das erste Haustier, weil sie weniger zeitintensiv wirken als ein Hund. Doch auch eine Katze braucht mehr als ein Körbchen und Futter. Wer gut vorbereitet ist, legt den Grundstein für eine entspannte Mensch-Tier-Beziehung.
Passt eine Katze zu unserer Familie?
- Zeit: Katzen sind selbstständiger als Hunde, aber keine „Selbstläufer". Tägliches Spielen, Streicheln und Beobachten gehören dazu.
- Innen- oder Außenkatze? Wohnungskatzen brauchen mehr Beschäftigung und sollten nie allein gehalten werden. Freigänger brauchen einen sicheren Auslauf oder eingezäunten Garten.
- Allergien: Das Katzenallergen Fel d 1 steckt im Speichel, nicht im Fell. Vorher testen – am besten bei einem Besuch bei einer katzenbesitzenden Familie.
- Urlaub: Wer kümmert sich? Katzen lassen sich leichter betreuen als Hunde, aber eine verlässliche Lösung muss trotzdem stehen.
- Kosten: Futter, Tierarzt, Streu und Zubehör: ca. 60–120 € im Monat.

Die ersten Tage: Ruhe ist die beste Willkommenskultur
Katzen brauchen Zeit, um ein neues Zuhause zu erkunden. Was in den ersten Tagen hilft:
- Einen ruhigen Startbereich einrichten: Ein Zimmer mit Napf, Katzenklo, Körbchen und Kratzbaum – dort fühlt sie sich zuerst sicher.
- Nicht aufdrängen: Kein Hochnehmen, kein Verfolgen. Die Katze entscheidet, wann sie Kontakt möchte.
- Kinder einbriefing: Leise Stimmen, langsame Bewegungen, kein Anschleichen von hinten.
- Verstecke akzeptieren: Wenn die Katze sich unter das Sofa zurückzieht, ist das kein Zeichen von Ablehnung – sondern Orientierung.
Ernährung: Was Katzen brauchen
Katzen sind sogenannte obligate Karnivoren – sie brauchen tierisches Protein, kein Getreide. Als Orientierung:
- Nassfutter: Enthält viel Feuchtigkeit und ist für die Nieren wichtig. Hauptmahlzeit bei Wohnungskatzen empfohlen.
- Trockenfutter: Als Ergänzung oder für Beschäftigung (Futterautomat, Suchspiel) geeignet, nicht als alleinige Ernährung.
- Verboten: Zwiebeln, Knoblauch, Trauben, Rosinen, roher Fisch in großen Mengen, Schokolade, Xylitol.
- Frisches Wasser: Viele Katzen trinken lieber aus einem Trinkbrunnen als aus einer Schüssel – das schützt vor Nierenproblemen.
- Fütterungsrhythmus: 2–3 Mahlzeiten täglich, keine Reste vom Tisch.

Pflege und Gesundheit
- Kurzhaarige Katzen: Einmal pro Woche bürsten reicht – sie pflegen sich selbst.
- Langhaarige Rassen (Perser, Maine Coon): Täglich bürsten, sonst Verfilzungen und Haarknäuel im Magen.
- Katzenklo: Täglich ausschaufeln, wöchentlich vollständig reinigen. Als Faustregel: ein Klo pro Katze plus eines extra.
- Krallen: Regelmäßig kontrollieren, bei Wohnungskatzen ggf. kürzen – der Tierarzt zeigt es beim ersten Mal.
- Tierarzt: Jährliche Grunduntersuchung, Tollwutimpfung (Pflicht für Freigänger), Kastration (empfohlen ab 5–6 Monaten), Floh- und Wurmvorsorge.
Beschäftigung: Wohnungskatzen brauchen Reize
Besonders Wohnungskatzen werden ohne Beschäftigung unruhig oder destruktiv:
- Kratzbaum mit Höhle: Klettern, Kratzen und Beobachten aus der Höhe sind Grundbedürfnisse.
- Spielzeug wechseln: Jeden zweiten Tag ein anderes Spielzeug anbieten – die „Neuheit" weckt Jagdinstinkt.
- Interaktives Spielen: 2 × 10 Minuten täglich mit Angel, Laserpointer oder Federwedel. Immer mit einem „Beutefang" enden lassen.
- Fenstersitz: Ein erhöhter Platz am Fenster ist für Wohnungskatzen wie Fernsehen – stundenlange Beschäftigung.
- Versteckspiele: Trockenfutter in kleinen Portionen im Wohnbereich verstecken – aktiviert die Nase.

Kinder und Katze: Was Kinder wissen müssen
- Körpersprache erkennen: Flache Ohren, peitschender Schwanz, schnelles Schwanzzucken bedeuten: Abstand halten.
- Niemals stören: Beim Fressen, Schlafen und in der Katzentoilette keine Unterbrechung.
- Richtig hochnehmen: Immer mit einer Hand unter dem Bauch stützen, nicht am Bauch tragen.
- Kein Zwingen: Wenn die Katze weg will, darf sie gehen. Dann kommt sie von allein wieder.
Katzen, die respektvoll behandelt werden, werden von sich aus Nähe suchen – und dann ist das Vertrauen, das entsteht, besonders wertvoll. Kinder lernen dabei fast nebenbei, was Empathie und Rücksicht im Umgang mit einem anderen Lebewesen bedeutet. Welche Spiele konkret funktionieren und wie man Körpersignale liest, zeigt der Artikel über Aktivitäten mit der Katze. Und woran man erkennt, ob es der Katze gut geht, lohnt sich ebenfalls früh zu kennen.

Was ich für Wohnungskatzen empfehle
Häufige Fragen
Was sollte ich prüfen, bevor eine Katze bei uns einzieht?
Wie gestalte ich die ersten Tage mit einer neuen Katze richtig?
Was müssen Kinder im Umgang mit der Katze wissen?
Wie beschäftige ich eine Wohnungskatze ausreichend?
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