Martinsumzug mit Kindern – Tipps und Vorbereitung

Martinsumzug: Praktische Tipps für einen entspannten Abend

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Für Kinder ist der Martinsumzug einer der Höhepunkte des Herbstes: dunkel draußen, das eigene Licht in der Hand, alle singen, vorne läuft ein Pferd. Für uns ist es manchmal eine Stunde Stehen im Nieselregen mit einem Kind, das nach zehn Minuten getragen werden will.

Beides lässt sich nicht ganz vermeiden, aber der Unterschied zwischen einem schönen und einem anstrengenden Abend entscheidet sich fast vollständig in der halben Stunde davor.

Warum Kinder beim Umzug schneller frieren

Das ist die häufigste Fehlerquelle, und sie ist unauffällig: Wir ziehen das Kind an, wie wir es für einen Novemberabend anziehen würden. Nur ist ein Umzug kein Spaziergang. Er besteht aus Aufstellen, Warten, sehr langsamem Gehen, wieder Warten. Der Körper erzeugt dabei kaum eigene Wärme, und ein Kind steht am Ende oft über eine Stunde fast bewegungslos im Dunkeln.

Was hilft:

  • Eine Schicht mehr als sonst, nach dem Zwiebelprinzip. Lieber eine Lage zu viel, die im Zweifel im Rucksack landet.
  • Mütze, ohne Diskussion. Über den Kopf geht ein erheblicher Teil der Wärme verloren, und der Kopf ist die einzige Stelle, an der Kinder nicht selbst merken, dass sie auskühlen.
  • Handschuhe, die das Tragen zulassen. Der meistvergessene Punkt: Eine Hand hält die ganze Zeit den Laternenstab, und dünne Fingerhandschuhe kühlen genau dort am schnellsten aus. Fäustlinge sind wärmer, machen das Halten aber schwerer – gut sind gefütterte Fingerhandschuhe oder Fäustlinge mit umklappbarer Kappe.
  • Wasserdichte Schuhe. Nasse Füße beenden den Abend zuverlässiger als alles andere. Gummistiefel mit dicken Socken schlagen Halbschuhe deutlich.
  • Reflektoren. Der Umzug findet im Dunkeln statt, meist auf Straßen und mit Verkehr an den Rändern. Was Kinder im Dunkeln wirklich sichtbar macht, gilt hier genauso wie auf dem Schulweg.

Wie ihr Kinder überhaupt wettergerecht anzieht, folgt dabei denselben Regeln wie sonst – nur mit dem Zusatz, dass an diesem Abend nicht gerannt wird.

Isi, die Eule von banoo.boo
Isi erklärt: Warum Kinder beim Umzug schneller auskühlen
Wärme entsteht im Körper überwiegend durch Muskelarbeit. Beim normalen Gehen liegt die Wärmeproduktion deutlich über dem Grundumsatz und gleicht den Verlust an die Umgebung weitgehend aus. Beim Umzug fällt genau dieser Anteil weg: Stehen und Schritttempo im Zug erzeugen kaum zusätzliche Wärme, während der Verlust an die kalte Luft unverändert weiterläuft. Bei Kindern kommt hinzu, dass ihre Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen größer ist als bei Erwachsenen – sie geben dieselbe Wärmemenge über eine relativ größere Fläche ab und kühlen deshalb bei gleicher Kleidung schneller aus.

Was mitnehmen

Eine kurze Liste, die sich über mehrere Jahre eingespielt hat:

  • Ersatzbatterien oder ein zweiter LED-Stab. Der Stab gibt gern in dem Moment auf, in dem der Zug losgeht.
  • Eine Ersatzlaterne, falls vorhanden. Muss nicht schön sein.
  • Taschentücher. Kalte Luft und laufende Nasen gehören zusammen.
  • Etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Ein Keks überbrückt erstaunlich viel Wartezeit.
  • Trage oder Buggy bei kleinen Kindern – vor allem für den Rückweg, der immer länger ist als der Hinweg.
  • Geladenes Handy und ein vereinbarter Treffpunkt, wenn ihr zu mehreren unterwegs seid.
  • Eine kleine Taschenlampe. Klingt widersinnig bei einem Laternenumzug, ist aber Gold wert, wenn auf dem Rückweg etwas gesucht werden muss.

Wie lange Kinder durchhalten

Realistisch nach Alter, aus der Erfahrung mehrerer Jahre:

  • 2 bis 3 Jahre: Der komplette Umzug ist meistens zu lang. Nicht wegen der Strecke, sondern wegen des Wartens davor und der Ansprache danach. Von Anfang an eine Abkürzung einzuplanen ist keine Niederlage, sondern gute Vorbereitung.
  • 4 bis 6 Jahre: Der Zug selbst klappt gut, das Ende wird knapp. Wenn Martinsfeuer und Weckmann-Ausgabe noch eine halbe Stunde dauern, kippt die Stimmung häufig genau dort.
  • Ab 7 Jahren: Kein Problem, und ab etwa neun kommt oft das Gegenteil – die Kinder wollen mit ihren Freunden noch bleiben, wenn ihr längst nach Hause wollt.

Die Abwägung, die am schwersten fällt: Das Beste kommt meistens zum Schluss. Das Feuer, der Weckmann, das Zusammenstehen – das sind die Bilder, die Kinder behalten. Nur ist genau dann die Wahrscheinlichkeit am größten, dass ein kleines Kind fertig ist. Es gibt keine richtige Antwort darauf, aber es hilft, die Entscheidung vorher getroffen zu haben statt im Gedränge.

Banoo, das Schlossgespenst von banoo.boo
Banoo-Tipp: Der Abkürzungsplan
Schaut euch vorher die Route an – die meisten Kitas und Gemeinden geben sie heraus – und legt eine Stelle fest, an der ihr aussteigen könnt, ohne quer durch den Zug zu müssen. Meistens ist das eine Querstraße nach etwa der Hälfte. Sagt eurem Kind vorher davon nichts; ihr braucht den Plan nur für euch. Der Unterschied ist größer, als er klingt: Wer eine Ausstiegsstelle im Kopf hat, steht nicht mit einem weinenden Kind mitten im Zug und überlegt, wie er hier herauskommt. Und in den meisten Jahren braucht ihr ihn gar nicht.

Gedränge und Sicherheit

Große Umzüge in Städten haben schnell mehrere hundert Teilnehmer, und im Dunkeln sieht man zwei Meter weit. Drei Dinge, die vorher besprochen gehören:

Treffpunkt vereinbaren. Ein Ort, den das Kind auch im Dunkeln findet und der nicht selbst Teil des Zuges ist – die Kirche, der Eingang der Kita, ein bestimmtes Geschäft. Bei kleinen Kindern gilt zusätzlich die Hand, und zwar durchgehend.

Das Martinsfeuer. Zwei Gefahren, die im Trubel untergehen: Funkenflug reicht bei einem großen Feuer mehrere Meter weit, und Jacken aus Kunstfaser bekommen bei Funkenkontakt sofort ein Loch. Sucht euch einen Platz mit dem Wind im Rücken, nicht im Gesicht, und bleibt aus der ersten Reihe heraus. Kinder gehen von selbst zum Feuer hin, nicht davon weg – das gilt auch für welche, die sonst vorsichtig sind.

Das Pferd. Bei vielen Umzügen reitet ein Martin voran. Pferde in einer lauten, dunklen Menschenmenge sind konzentriert, aber nicht entspannt. Abstand halten, sich nie von hinten nähern, nicht füttern und nicht unter dem Kopf durchlaufen. Wenn euer Kind es streicheln möchte: vorher fragen, und nur von der Seite.

Wenn das Kind nicht mehr will

Das passiert häufig, und es liegt selten daran, dass der Abend schlecht ist. Es ist die Summe: Dunkelheit, viele Menschen, Lärm, Kälte, eine ungewohnte Uhrzeit und ein Kind, das den ganzen Tag schon Kita hinter sich hat. Reizüberflutung sieht bei Kindern nicht nach Müdigkeit aus, sondern nach Widerstand.

Überreden funktioniert an diesem Punkt nicht. Ein Kind, das im Zug stehen bleibt und nicht mehr weiter will, wird durch Zureden nicht wieder aufnahmefähig – der Zustand geht nicht durch Argumente weg. Was hilft, ist Tempo rausnehmen: raus aus dem Zug, an den Rand, kurz auf den Arm, etwas zu trinken. Danach entscheidet sich in zwei Minuten, ob es weitergeht oder nicht.

Und wenn nicht: nach Hause. Das ist kein verlorener Abend. Die zwanzig Minuten, die das Kind mit der eigenen Laterne im Dunkeln gelaufen ist, sind genau das, woran es sich erinnert – nicht an den Teil, den es nicht gesehen hat.

Nach dem Umzug

Zwei Traditionen begegnen euch am Ende, je nach Region. Der Weckmann – anderswo Stutenkerl, Dambedei oder Klaasohm – ist ein Hefegebäck in Menschenform, oft mit einer Tonpfeife. Er wird an vielen Orten nach dem Umzug an die Kinder verteilt. Und die Martinsgans, die eher in Restaurants und am Familientisch vorkommt als beim Umzug selbst; sie geht auf das letzte reichliche Essen vor einer vorweihnachtlichen Fastenzeit zurück.

Für zuhause hat sich eine einfache Sache bewährt: etwas Warmes zu trinken, sobald ihr durch die Tür seid. Kakao, Kindertee, was da ist. Das schließt den Abend ab und wärmt ein Kind, das ausgekühlt ist, schneller als jede Decke.

Und noch eine Beobachtung: Ein Abend, der früh endet, wird von Kindern oft besser erinnert als einer, der bis zum letzten Programmpunkt gedauert hat. Der Grund ist derselbe wie bei jedem Kinderfest – was am Schluss passiert, färbt auf die ganze Erinnerung ab. Wer geht, solange es schön ist, nimmt genau das mit.

Zum Weiterlesen: Laternen basteln nach Alter, wer Martin von Tours war und wie ihr Kindern die Geschichte erzählt.

Für den Nachmittag vor dem Umzug, wenn die Wartezeit lang wird: Das Sankt-Martin-Set bei den Feiertags-Ausmalbildern zeigt genau die Motive, die euch abends begegnen – Laternen, Pferd und Martinsfeuer.

Häufige Fragen

Wie warm muss ich mein Kind für den Martinsumzug anziehen?
Deutlich wärmer, als der Blick auf das Thermometer nahelegt. Ein Umzug besteht zum größten Teil aus Stehen und sehr langsamem Gehen – der Körper produziert dabei kaum eigene Wärme, anders als beim normalen Spaziergang. Rechnet mit einer Schicht mehr als sonst, Mütze ist Pflicht, und die Schuhe sollten wasserdicht sein, weil das Kind eine Stunde lang auf nassem Asphalt steht. Der am häufigsten vergessene Punkt sind die Hände: Eine davon hält die Laterne, und dünne Handschuhe reichen dafür nicht.
Wie lange dauert ein Martinsumzug?
Der Zug selbst dauert meist 30 bis 45 Minuten, mit Aufstellung, Ansprache und Martinsfeuer kommt ihr auf anderthalb bis zwei Stunden. Für Kinder unter drei ist das in aller Regel zu lang, und das liegt nicht an der Strecke, sondern am Warten davor und danach. Erkundigt euch vorher nach dem Ablauf – viele Kitas und Gemeinden veröffentlichen die Route, und mit der Route lässt sich ein Ausstiegspunkt planen.
Was mache ich, wenn mein Kind nicht mehr laufen will?
Nicht überreden – das wird bei einem müden, ausgekühlten Kind im Dunkeln nicht besser, sondern schlechter. Bei kleinen Kindern lohnt es sich deshalb, Trage oder Buggy von vornherein mitzunehmen, auch wenn das Kind sonst längst läuft. Und wenn gar nichts mehr geht: Geht raus aus dem Zug und nach Hause. Ein Abend, der nach zwanzig Minuten in gemeinsamer Ruhe endet, ist eine bessere Erinnerung als einer, der nach neunzig Minuten in Tränen endet.
Ist das Martinsfeuer für kleine Kinder gefährlich?
Nicht bei ausreichendem Abstand, aber es gibt zwei Punkte, die im Gedränge leicht untergehen. Erstens der Funkenflug: Ein großes Feuer wirft Funken teils mehrere Meter weit, und Jacken aus Kunstfaser schmelzen bei Funkenkontakt sofort ein Loch. Zweitens die Sogwirkung – Kinder gehen zum Feuer hin, nicht davon weg. Sucht euch einen Platz mit dem Wind im Rücken statt im Gesicht, haltet Abstand zur ersten Reihe und behaltet kleine Kinder an der Hand.
Banoo

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