
Gespenster-Pfannkuchen
Von Stefan Grollius · Veröffentlicht am
Der Trick an diesem Rezept steckt nicht im Teig, sondern in der Handbewegung. Ein runder Klecks für den Kopf, dann den Teig nach unten wegziehen und in ein paar Wellen auslaufen lassen – fertig ist ein Gespenst. Es braucht keinen Ausstecher, keine Form und keine Lebensmittelfarbe, und nach dem dritten Versuch kann ein Grundschulkind das besser als wir.

Zutaten
Teig
- 200 g Weizenmehl Type 405 (oder Dinkelmehl Type 630)
- 2 sehr reife Bananen (ca. 200 g, mit braunen Flecken)
- 2 Eier (Größe M)
- 300 ml Milch
- 1 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- Butter oder neutrales Öl für die Pfanne
Gesichter
- Blaubeeren (frisch oder aufgetaut)
- Zartbitter-Schokotröpfchen
- 2 EL Naturjoghurt (optional, als Kleber)
Zubereitung
Bananen schälen und in einer Schüssel mit der Gabel zu Brei zerdrücken – je feiner, desto glatter wird der Teig.
Eier und Milch dazugeben und mit dem Schneebesen verrühren.
Mehl, Backpulver und Salz dazusieben und zu einem glatten, eher dünnflüssigen Teig rühren. Er soll von der Kelle laufen, nicht tropfen. Ist er zu dick, noch 2 EL Milch dazu.
Den Teig in eine leere Plastikflasche mit Spitzverschluss füllen (ein sauberer Ketchup- oder Sirupspender ist ideal). Ohne Flasche geht es auch mit einer kleinen Kelle, dann wird die Form etwas runder.
Eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Hitze mit wenig Butter erhitzen. Zu heiß ist der häufigste Fehler: Die Gespenster werden dann außen dunkel, bevor die Form fertig gezogen ist.
Für jedes Gespenst zuerst einen runden Klecks für den Kopf in die Pfanne geben, dann den Teig nach unten wegziehen und in zwei bis drei Wellen zur Seite auslaufen lassen. Das ergibt den Umhang. Unregelmäßig ist richtig – zwei identische Gespenster sehen aus wie ein Fehler.
Etwa 2 Minuten backen, bis die Oberfläche matt wird und sich am Rand kleine Bläschen bilden. Dann wenden und 1 Minute fertig backen.
Die Gespenster auf einen Teller legen und erst jetzt die Gesichter aufsetzen: zwei Blaubeeren oder Schokotröpfchen als Augen, eines als Mund. Bei Blaubeeren hilft ein winziger Klecks Joghurt als Kleber.
Die Form entsteht beim Gießen, nicht beim Ausstechen
Ausstecher sind bei Pfannkuchen der naheliegende, aber falsche Weg. Der Teig ist zu flüssig, er läuft unter dem Metallrand weg, und was übrig bleibt, ist ein dicker, ungleichmäßig gebackener Klumpen. Gießen funktioniert besser, geht schneller und braucht nichts, was nicht ohnehin da ist.
Die Bewegung ist immer dieselbe: Kopf, Zug nach unten, Wellen zur Seite. Der Kopf ist ein Klecks von etwa fünf Zentimetern. Der Zug nach unten macht den Körper. Die Wellen entstehen, indem du die Flasche am unteren Ende zwei- bis dreimal kurz seitlich schwenkst, ohne den Teigfluss zu unterbrechen. Wenn ein Gespenst schief wird, ist das kein Fehler – ausgefranst und krumm sieht mehr nach Gespenst aus als symmetrisch.
Für die Flasche eignet sich jede saubere Plastikflasche mit Spitzverschluss. Wer keine hat, nimmt einen Gefrierbeutel, füllt den Teig ein und schneidet eine kleine Ecke ab. Eine Kelle geht auch, dann werden die Gespenster runder und man zieht den Umhang mit dem Kellenboden nach.
Warum die Banane den Zucker ersetzt
In den meisten Pfannkuchenrezepten steht ein bis zwei Esslöffel Zucker im Teig. Hier steht keiner, weil zwei sehr reife Bananen die Aufgabe vollständig übernehmen. Entscheidend ist der Reifegrad: Eine Banane mit brauner, fleckiger Schale hat einen großen Teil ihrer Stärke bereits in Zucker umgewandelt und süßt deutlich stärker als eine gelbe.
Die Banane bringt außerdem Feuchtigkeit mit, was dem Teig guttut. Der Nebeneffekt ist, dass die Gespenster leicht bräunlich werden statt hell – geschmacklich ein Gewinn, optisch nicht ganz das klassische Weiß. Wer schneeweiße Gespenster will, lässt die Banane weg, gibt 1 EL Zucker in den Teig und backt bei niedrigerer Hitze etwas länger.
Die Augen kommen zum Schluss
Das ist der Punkt, an dem der erste Versuch bei uns gescheitert ist: Blaubeeren, die in den rohen Teig gelegt werden, sinken ein, platzen beim Wenden und färben das halbe Gespenst blaugrau. Dasselbe passiert mit Schokotröpfchen, nur in Braun.
Deshalb kommen die Gesichter erst auf den fertigen Pfannkuchen auf dem Teller. Zwei Punkte als Augen, einer als Mund, mehr braucht es nicht. Schokotröpfchen bleiben von allein kleben, weil die Restwärme sie leicht anschmelzen lässt. Blaubeeren brauchen einen winzigen Klecks Joghurt darunter. Und weil die Gesichter der Teil sind, den Kinder komplett allein machen können, lohnt es sich, sie auch komplett allein machen zu lassen – auch wenn drei Augen dabei herauskommen.
Was dieses Rezept vom normalen Pfannkuchen unterscheidet
Zwei Dinge, und beide sind gewollt. Der Teig ist dünner als beim klassischen Pfannkuchen, sonst lässt er sich nicht in Form ziehen. Und er ist ohne Zucker, weil die Banane das übernimmt. Für alles andere – den dicken Sonntagspfannkuchen zum Rollen, mit Apfelmus oder Zimt – ist das normale Pfannkuchen-Grundrezept die bessere Wahl.
Wenn ihr am Halloween-Morgen wenig Zeit habt: Der Teig lässt sich am Vorabend anrühren und über Nacht kühl stellen. Er wird dadurch sogar besser, weil das Mehl vollständig durchquellen kann.
Gesündere Alternativen
Vollkorn: Die Hälfte des Mehls durch Dinkelvollkornmehl ersetzen und 3 EL Milch zusätzlich dazugeben. Die Gespenster werden dunkler und sättigen länger.
Vegan: Die Eier durch 2 EL gemahlene Leinsamen ersetzen, die vorher 10 Minuten in 6 EL Wasser gequollen sind, und Hafermilch statt Kuhmilch nehmen. Der Teig wird etwas weniger stabil, für Gespenster reicht es gut.
Weniger Fett in der Pfanne: Eine gut beschichtete Pfanne braucht nur einen Hauch Butter, den man mit Küchenpapier verteilt. Zu viel Fett lässt die Ränder ausfransen und die Form verlaufen.
Varianten
- Kürbis-Gespenster: 100 g Kürbispüree in den Teig rühren und die Milch um 50 ml reduzieren. Die Gespenster werden orange – gruseltechnisch eine Verbesserung. Das Püree ist derselbe pürierte Hokkaido, der auch in der Kürbissuppe steckt, hier nur ohne Brühe.
- Als Mumien: Die Gespenster nach dem Backen quer mit dünnen Joghurt- oder Frischkäsestreifen bepinseln und zwei Augen freilassen. Braucht keine andere Form, nur eine andere Deko.
- Mit Apfel im Teig: Einen fein geriebenen Apfel unterheben. Macht den Teig noch feuchter und die Gespenster weicher.
- Als Häppchen für die Party: Nur kleine Gespenster von fünf Zentimetern backen. Zehn davon passen auf einen Teller und lassen sich mit den Fingern essen.
Weitere Rezepte: Alle Rezepte · Pfannkuchen · Pancakes · Kürbis-Muffins
Häufige Fragen
Wie bekomme ich die Gespensterform ohne Ausstecher hin?
Warum ist in diesem Pfannkuchenteig kein Zucker?
Wann kommen die Augen drauf?
Kann ich den Teig am Vorabend vorbereiten?
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